Therapie

Psychologischer Dienst
Psychologische Begleitbehandlung gehört zum klinischen Versorgungsangebot der Rheumaklinik. Aus der Perspektive eines multifaktoriellen, biopsychosozialen Verständnisses chronischer Erkrankungen ist in der Behandlung von Patienten mit rheumatischen Krankheiten die psychosoziale Dimension unbedingt zu berücksichtigen. Im Zusammenhang mit lang anhaltenden Schmerzen, möglicher Behinderung und potentiellen sozialmedizinischen Folgen können reaktive psychische und soziale Störungen auftreten (hierzu gehören affektive Veränderungen, depressive Verstimmungen, Ängste; Selbstwertprobleme; sozialer Rückzug), die eine adäquate Krankheitsverarbeitung erschweren. Bei Patienten mit primär nicht organisch bedingten rheumatischen Beschwerdebildern (beispielsweise somatoforme Schmerzstörungen, Fibromyalgie) finden sich häufig ausgeprägte psychosomatische Wechselwirkungen. Hier ist in verstärktem Maß eine psychologische Begleitbehandlung zu erwägen, um dem Patienten Kompetenzen zu effektiverer Krankheitsbewältigung zu vermitteln und einer weiteren Chronifizierung entgegenzuwirken. Im Sinne eines interdisziplinären Behandlungskonzeptes arbeiten die Mitarbeiter des psychologischen Dienstes eng mit den anderen Fachbereichen zusammen.

Der Aufgabenbereich des psychologischen Dienstes umfaßt

  • die Patientenversorgung mit den Arbeitsschwerpunkten Psychodiagnostik sowie psychologische Beratung und Behandlung für Einzelpatienten und Patientengruppen
  • die patientenorientierte interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten und Pflegepersonal, etwa im Bereich der Patientenschulung
  • psychologische Fortbildungsangebote für medizinisch-therapeutische Mitarbeiter klinischpsychologische Begleitforschung und Evaluation der Effizienz eigener therapeutischer Arbeit.

Klinisch-psychologische Aktivitäten

  1. Psychodiagnostik
    • Methoden und Schwerpunkte:
      • Psychosomatische Anamnese
      • Biographische und/oder problemorientierte Exploration
      • Erhebung psychosozialer Belastungsaspekte im Krankheitsgeschehen
      • Psychologische Schmerzdiagnostik
      • Psychologische Screeningverfahren zur Identifizierung von Problempatienten
      • Spezifische psychologische Testverfahren zur Abklärung gezielter Fragestellungen
  2. Einzelpsychotherapie
    • Methoden
      • Gesprächspsychotherapie
      • Verhaltenstherapie
      • Psychologische Schmerztherapie (u.a. Hypnose)

 

    Ziele

    • psychodiagnostische Abklärung
    • psychische Entlastung
    • Sensibilisierung für individuelle Belastungssituationen und Problembereiche
    • Erarbeiten neuer Einsichten und Lösungsmöglichkeiten bei Krankheits- und Alltagsproblemen
    • Vermittlung von Impulsen zu Verhaltens- und Erlebensänderungen
    • gegebenenfalls Motivation zu weiterführenden Psychotherapiemaßnahmen
       

    Inhaltliche Schwerpunkte

    • Entspannungstherapie: Progressive Muskelrelaxation nach E. Jacobson
      Verhaltensorientierte Trainingsgruppen zur Schmerz- und Krankheitsbewältigung.
      Themenzentrierte Gesprächsgruppen zur Förderung eines "bio-psycho-sozialen" Krankheitsmodells unter Betonung des Aspektes "Selbstmanagement", insbesondere für Fibromyalgie-Patienten

    Ziele

    • Bewußte Körperwahrnehmung und Steigerung der Entspannungsfähigkeit trotz Schmerzen
    • Aktives Eingreifen ins Schmerz- und Krankheitsgeschehen durch wirkungsvolle Schmerzbewältigungsstrategien (Selbstkontrolle)
    • Erkennen emotionaler, kognitiver und verhaltensbezogener Aspekte des Schmerzgeschehens und positive Beeinflussung ungünstiger Einstellungen, Denkschemata und Verhaltensmuster